Ein kontroverses Thema. War es auch immer schon. Da gab es die autoritären, die Laissez- faire Fraktion und diverse andere. In der heutigen Zeit, so scheint es mir, gibt es immer kontroversere Diskussionen darüber, was ein Kind braucht, um anständig aufzuwachsen. Ich frage mich das auch- die Frage ist, braucht ein sechsjähriges Kind einen eigenen Fernseher oder gar PC? Muss ein sechsjähriges oder siebenjähriges Kind absolut firm in der Nutzung des Internets sein oder in der Bedienung von Computerspielen? Braucht ein Kind mehr Kleider als beide Elternteile zusammen, und darüber hinaus Markenkleidung, wo ein Strampler locker 40€ kostet, der vielleicht zwei Monate getragen werden kann? Ist es wirklich notwendig dem Kind soviel Spielzeug zu kaufen, dass es gar nicht mehr weiß, mit was es eigentlich spielen soll? Braucht ein Kind unbedingt eine spezielle Schnabeltasse, um Trinken zu lernen? Dito ein Lauflerngestell? Bunt blinkende blöckende Spielzeuge aus Plastik? Kinderwagen, die über 600€ kosten? Spezielle Babynahrung? Hochstühle, die wie Shuttlesessel aussehen?
Ich finde, nein. Allerdings ist es so, dass die Zielgruppe Kind einen enormen Profit abwirft, indem man mit den Sorgen von Eltern spielt. ‘Wenn ihr Kind aus normalen Bechern trinken lernt, kann es passieren, dass es sich einen Zahn dabei ausschlägt’ ist da noch das netteste. Den Satz ‘früher war alles besser’ will ich hier nicht anbringen, denn er stimmt auch nicht. In mancherlei Hinsicht muss ich allerdings schon sagen, dass es früher besser war. Ich habe bis zu meinem 9. Lebensjahr überhaupt kein Fernsehen (abgesehen vom Sandmännchen) geschaut. Ebenso hatte ich eine Puppe, zwei Stofftiere und Bauklötze und Bastelzeug. Und Bücher. Und mir hat nichts gefehlt- im Gegenteil, meine Phantasie und mein Einfallsreichtum war immer sehr rege. Wenige Kinder heute beschäftigen sich noch drei Stunden allein mit Holzwäscheklammern, die sie zu Zootieren gemacht haben. Nein, heute muss es der pädagogisch wertvolle DUPLO- Zoo sein. Instant Reiz. Es ist nicht so, dass meine Mutter nicht die Möglichkeit gehabt hätte, mir mehr Spielzeug zu kaufen. Aber wozu denn? Ich habe schon ne Menge Kinder gesehen, die absolut überfordert von der Menge ihres Spielzeugs waren. Die saßen in einem ganzen Zimmer, vollgestopft mit den neuesten Errungenschaften und starben vor Langeweile. Einem Kind soll es an nichts fehlen? Vielleicht ist es manchmal ein größerer Dienst für’s Kind, wenn es nicht alles hat.
Ich weiß jedenfalls heute schon, dass es bei uns nur normale Becher geben wird. Holzspielzeug, kein Fernsehen und PC für Kinder, die weiß Gott besseres mit ihrer Zeit anfangen sollten (es gibt nichts schlimmeres als Kinder, die vorm TV geparkt werden, weil die Eltern faul sind). Und anstatt aus Bequemlichkeit die kleinen Gläschen zu kaufen, kann man Gemüse auch einfach selber kochen und pürieren. Einen superhippen Hochstuhl braucht man auch nicht- ich sitze auch nicht im Fernsehsessel am Tisch, und das Kind soll dadrin nur essen, nicht schlafen.
Was glaubt ihr? Seht ihr es so, dass Kinder zuviel dem Konsum ausgesetzt werden oder haltet ihr diese Dinge für nötig?