Exkursionsbericht, oder: Als der Fisch schwimmen ging

Gestern hatte ich die Exkursion, die ich bereits erwähnt hatte. Erinnert ihr euch, dass ich mir wünschte, es würde nicht regnen?

Es regnete den gesamten Tag durchgehend, von neun Uhr morgens bis sechs Uhr abends (im Dunklen gekommen, im Dunklen gegangen). Und wir besuchten auch nicht nur einen Berg, sondern sieben, die sich über Belgien, die Niederlande und den Nationalpark Eifel verstreuten. Ich sah schmucke, pittoreske kleine Örtchen wie Mulartshütte oder Schevenhütte… (und nein, die müsst ihr nicht kennen) mit wunderhübschen Steinhäuschen und Bushaltestellen, die vielleicht stündlich mal frequentiert wurden (frequentiert worden wären…wenn nicht Wochenende gewesen wäre).

Regen mag ich ja im Grunde, auch monsunartigen (und gehöre zu denen, die nicht mal eine Kapuze tragen), und ich halte mich auch wirklich gerne in der hinterletzten Pampa auf- aber was dort geschah, spottete wirklich jener Beschreibung. Ich hatte eher das Gefühl eine Geländeübung beim Bund zu machen, und es war ganz genauso, wie ich es gedacht hatte: Klettereien in der Eifel sind im strömenden Regen lebensgefährlich. Als wir das erste Mal durch wadenhohes Wasser stapften und ich nicht wusste, ob gerade der Morast, eine Brombeerranke oder ein Flussungeheuer mein Hosenbein festhält, da dachte ich das erste Mal, dass doch alles eine Grenze hat. Brav sammelte ich bei jedem Punkt Gesteinsproben, machte nette Fotos und schrieb auf, was meine Professorin da so redete (sofern sie es denn schaffte, den Regen zu übertönen)- aber im Laufe des Nachmittages ging uns allen die Puste aus. Und unsere Professorin kannte keine Gnade (“Na kommen sie, einfach dadurch… nur die Harten kommen in den Garten…”).

Als es dunkel wurde, erklärte man schließlich die Exkursion für beendet. Auf dem Nachhauseweg wurde ich allseits von mitleidigen Blicken bedacht- von oben bis unten zerkratzt (übrigens auch die Fingerkuppen und unter den Nägeln- ich dachte mir “hä? Wo kommt das Blut her?”), bis zur Hüfte vollkommen eingesaut, klatschnaß und an zwei Stellen gerissene Jacke (Brombeerranken…), aufgeschlagenes Schienbein und in alle Richtungen abstehende Haare. So ging ich dann noch eben einkaufen- aber ich weiß nicht mal mehr, wieviel ich bezahlt habe (ich war geistig nämlich nicht mehr so ganz anwesend). Den Restweg legte ich zurück wie ein Zombi- irgendwann war ich einfach da. Am gleichen Tag machte ich gar nichts mehr und ging um viertel vor neun schlafen- bis heute morgen um neun. Dass ich jetzt Muskelkater hab, brauch ich wohl nicht erwähnen ;-)

Am Montag treffen wir uns, um das Protokoll zu schreiben- zwar habe ich dazu zwei Wochen Zeit, aber ich möchte es lieber sofort machen, bevor ich alle Quälereien vergessen hab :-)

Abenteuerurlaub? Brauch ich nicht, ich studiere. War schön :-D Nur eitel darf man da absolut nicht sein. Was ein Glück für mich, da ich’s nicht bin.

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5 Antworten auf Exkursionsbericht, oder: Als der Fisch schwimmen ging

  1. amala sagt:

    wenn es nicht so grausig wäre, klänge es lustig ;) du arme! erhol dich gut und sei nett zu dir :)

  2. Sefarina sagt:

    Ganz heißer Tip zum Aufwärmen – Ingwertee mit Honig und Zitrone und anschließend dann Lindenblütentee. Nicht dass du noch krank wirst…

    Liebe Grüße, Sefa

  3. rebhuhn sagt:

    auf die gefahr hin, daß ich’s schonmal gefragt habe: was studierst du noch gleich? *rotwerd

  4. Tahira sagt:

    ts..weißt du denn nicht, dass man sich Sonne wünscht und nicht “nicht regen”? ;)

    Tut mir leid für dich, dass es so schlimm wurde.
    Hauptsache du hast es überstanden und kannst bekuschelt werden :)

  5. seamera sagt:

    Ihr lieben,

    ich habe mich mittlerweile wieder erholt von dem Ausflug in die weite Welt ;-)
    Bekuschelt wurde ich auch, sogar massiert, jawoll.

    @rebhuhn
    Ich studiere Georessourcenmanagement, der Name sagt es schon, es geht darum Rohstoffe und (regenerative-) Energien zu verwalten.

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